LANZ & PRECHT #248 (Aktivismus vs. Journalismus: Wo ist die Grenze?)
„Ich versuche immer, möglichst objektiv auf die Dinge zu schauen. Irgendwann entwickle ich eine Meinung, aber ich habe keine Agenda“, sagt Markus Lanz. Er sei daher kein Aktivist, sondern Journalist. Auch Richard David Precht bezeichnet sich selbst nicht als Aktivist. „Ich habe natürlich eine Art philosophische Agenda, aber das sind keine Ideen, die irgendwo parteipolitisch in irgendeiner Form verankert sind.“ Was ist dann der Unterschied zwischen Aktivismus und Journalismus? Aktivisten betreiben keine Aufklärung, das Ergebnis stehe von vornherein fest, meint Precht und zitiert den Kabarettisten Volker Pispers: „Wenn man weiß, wo der Feind steht, hat der Tag Struktur.“ Warum scheint aktivistischer Journalismus trotzdem immer mehr zu werden? Das hat ökonomische Gründe. Immer weniger Geld der Zeitungen stammt aus Anzeigen, immer mehr stammt von den Lesern. Was bedeutet das für die Zukunft des Journalismus? Und wie sollten die Medien mit der AfD umgehen? Ah… Lanz & Precht. Der Podcast, bei dem man nach fünf Minuten merkt: Hier reden zwei Männer sehr lange, damit du sehr kurz nicken kannst. Markus Lanz fragt. Richard David Precht antwortet. Und irgendwo dazwischen verliert sich der Gedanke, den du gerade selbst noch hattest. Das ist kein Gespräch. Das ist intellektuelles Pingpong, bei dem der Ball immer wieder bei Precht landet – und Lanz höflich prüft, ob er noch weitersprechen darf. Hier wird philosophiert, aber bitte mit Fernseherfahrung. Hier wird gezweifelt, aber nie so sehr, dass es die eigene Position gefährdet. Alles ist tief. Alles ist wichtig. Alles dauert. Und am Ende weißt du vor allem eins: 👉 Du hast zugehört – und das reicht erstmal. Lanz & Precht erklären dir die Welt, während sie selbst noch überlegen, ob sie sie gerade kritisieren oder nur beschreiben. Das ist kein Podcast. Das ist eine akustische Denkbewegung auf dem Laufband. Viel Bewegung. Kaum Strecke. Lanz & Precht – wenn Nachdenken wichtig ist, aber Handeln optional bleibt. Doc Bob meint: Große Fragen. Große Worte. Und am Ende doch wieder Montag.

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