Eine Meinungsmonopol-Mitteilung von Doc Bob
Ich sag’s, wie’s ist: Früher musste man für eine gute Satire noch eine Woche recherchieren, drei Kaffees trinken und sich einmal ernsthaft fragen, ob man gerade übertreibt. Heute reicht es, morgens das Handy zu entsperren. Und zack – die Realität liefert dir Content, der eigentlich schon fertig geschnitten ist.
Fangen wir mit dem schönsten Klassiker an: Schafe. In Burgsinn marschiert eine Herde in einen Supermarkt – nicht symbolisch, nicht als Kunstperformance, sondern… wirklich. Und statt dass man daraus den üblichen „Skandal! Sicherheitskonzept! Haftung!“-Zirkus macht, kommt PENNY Markt GmbH um die Ecke und macht einfach PR im Goldrahmen: Patenschaft, Winterfutter, „alles gut“. Das ist so absurd effizient, dass es weh tut. Weil du plötzlich merkst: Ein Discounter kann in 20 Minuten mehr Problemlösung ausstrahlen als manche Verwaltung in 20 Monaten.

Und während die Schafe noch kauen, ist die nächste Szene schon da: ein Pinguin, der als Symbol für Europa-Zusammenhalt herhalten muss. Die Bundesregierung greift den viralen „einsamen Pinguin“ aus einem Begegnungen am Ende der Welt von Werner Herzog auf – und Johann Wadephul ballert ein KI-bearbeitetes Video raus, in dem der Pinguin mit einem Rucksack rumwatschelt, auf dem Friedrich Merz, Emmanuel Macron und Keir Starmer kleben. Das ist kommunikativ natürlich clever – aber auch ein kleines Warnschild mit Blinklicht: Wenn Politik anfängt, in Meme-Logik zu sprechen, dann gewinnt nicht automatisch die Wahrheit. Dann gewinnt der, der die bessere Grafik hat.

Und jetzt der Teil, wo Deutschland wieder Deutschland macht – der nüchterne Konterpunkt, damit wir nicht komplett abheben: Ein Richter streitet sich jahrelang um Kopierkosten. Kein Witz. Streitwert 21 Euro, Ende beim Bundesverwaltungsgericht, Ergebnis: zahlen. Das ist keine Pointe mehr, das ist ein Lehrfilm über unser System. Bei uns kann etwas winzig klein sein – und trotzdem wird es mit einer Würde behandelt, als ginge es um Weltfrieden. Ich bin nicht mal sicher, ob ich das schlimm finde. Es ist irgendwie… deutsch-romantisch. Aber als Steuerzahler kriegst du dabei dieses ganz spezielle Gefühl: „Wir haben Energie. Nur leider nicht immer am richtigen Ort.“

Und weil 2026 nicht einfach normal kann, kommt zum Schluss noch ein Markenstreit aus dem Paralleluniversum: „Obelix“ als Name in der Waffenbranche – das landet vor dem Gericht der Europäischen Union. Der Verlag hinter Asterix sagt sinngemäß: „Bitte nicht.“ Die Gegenseite sagt: „Nur für Spezialpublikum.“ Und irgendwo in der Mitte sitzt die Vernunft und murmelt: „Wie sind wir hier gelandet?“ Das ist nicht nur skurril, das ist kulturell heikel – weil Marken eben nicht nur Buchstaben sind, sondern Emotionen, Kindheit, Identität. Und genau deshalb kracht’s.

Wenn ich das alles zusammennehme, dann ist das mein Fazit – kurz, klar, Doc-Bob-Style: Die Welt wird nicht nur verrückter. Sie wird schneller verrückt. Und Geschwindigkeit ist der Trick. Der Discounter reagiert schnell – wirkt kompetent. Die Politik reagiert schnell – wirkt modern. Die Bürokratie reagiert langsam – wirkt mächtig, aber manchmal auch… neben der Spur.
Und jetzt kommt mein Teil an dich, ganz ohne Predigt: Wenn du gerade das Gefühl hast, dass du in einem Kabarett lebst, das keiner gebucht hat – dann bist du nicht allein. Nimm’s als Signal: Nicht abstumpfen. Nicht nur lachen. Sondern hinschauen, sortieren, drüber reden. Genau dafür gibt’s Meinungsmonopol.
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